Herkunft und Vorkommen

zum Abschnitt Kanadische Wasserpest

Die kanadische Wasserpest (Elodea canadensis) zählt zu den Neophyten, den nicht heimischen bzw. eingeschleppten Pflanzen in Deutschland. Ursprüngliches Verbreitungsgebiet dieser Wasserpflanze ist Kanada, Nordamerika und Mexiko. Im 19. Jahrhundert wurde sie erstmals in Berlin nachgewiesen. Anschließend erfolgte die Verbreitung durch Schiffe und Wasservögel in ganz Deutschland. Hauptsächlich ist die kanadische Wasserpest in mesotrophen bis eutrophen Gewässern (mäßig nährstoffreiche bis nährstoffreiche Gewässer) mit einer geringen bis keiner Fließgeschwindigkeit zu finden.

Ist die kanadadische Wasserpest gefährlich?

Die Ausbreitung der kanadischen Wasserpest

Die schnell wachsende Unterwasserpflanze hat ein enormes Reproduktionspotential, und eine hohe Ausbreitungsrate, da bereits kleine Pflanzenteile ausreichen, um Wurzeln zu bilden.
Durch dieses enorme Wachstum verdrängt sie heimische Arten und Planktonalgen, wodurch ein Teil der Nahrungskette für höhere Organismen fehlt.

Eine Massenentwicklung kann ebenfalls wirtschaftliche Folgen für die Nutzung als Bade- und Schiffgewässer haben. In der Wachstumsphase sorgt die Wasserpest für viel Sauerstoff im Gewässer und ist eine gute Weide für Schwäne und Blesshühner. Die hohe Photosynthese während der Massenentwicklung kann jedoch auch einen deutlichen Anstieg des pH-Wertes verursachen, was zu Problemen für andere Lebewesen im Gewässer führt.  Stirbt ein Großteil der Biomasse im Herbst ab, kann es zu einer großen Sauerstoffzehrung und zum Ablösen von Pflanzenmatten kommen.

Wie kann die kanadische Wasserpest bekämpft werden?

Die Bekämpfung der kanadischen Wasserpest

Die Bekämpfung der Wasserpest ist, wie der Name schon vermuten lässt, sehr schwierig.

Eine Nährstoffreduzierung im Wasser kann eine hemmende Wirkung auf das Wachstum haben. Ist jedoch Phosphor im Sediment vorhanden, so sind die Wurzeln der Pflanze in der Lage, diesen zu mobilisieren. Ein Schneiden kann kurzfristig für eine wiederhergestellte Nutzung des Gewässers sorgen. Diese Maßnahme muss jedoch in der Vegetationszeit mehrfach angewendet werden. Oftmals hat das Ablassen und Auswintern einen guten Effekt bei der Bekämpfung der Wasserpest bewirkt.

Video zur Entkrautung

Mit unseren Schneid- und Sammelanbauten für unser Amphibienfahrzeug Truxor können wir Gewässer wirkungsvoll entkrauten, z.B. den Bewuchs mit Kanadischer Wasserpest reduzieren.

Quellen

Kleinknecht U., Glinka U. (2015): offizieller Artensteckbrief des LfULG Elodea canadensis Michx. / Kanadische Wasserpest URL: https://artensteckbrief.de/1650/elodea-canadensis-kanadische-wasserpest/deutschland

Zehnsdorf A. et al (2015) Management options of invasive Elodea nuttallii and Elodea canadensis, Limnologica Volume 51, Pages 110-117

Loacker I, Aschauer M, Grabher M (2013): Neubürger in den Jagdberggemeinden – Interessantes aus der Welt der Neophyten und Neozoen, Naturmonografie Jagdberg-Gemeinden S. 124 URL: https://www.inatura.at/forschung-online/jagdberggemeinden_0121-0134_loacker.pdf